Sinnorientierte Unternehmen

Fokusbereich

Wofür steht euer Unternehmen in der Welt?

Die meisten Unternehmen beginnen mit einer guten Idee, die unmittelbaren Kundennutzen stiftet. Sie lösen ein Problem oder befriedigen ein Bedürfnis, das in der Welt existiert, bzw. welches das Unternehmen wahrnehmbar macht. Als Folge entsteht ein positiver Werteaustausch mit seiner Umwelt, bei der Wachstum und Profit entsteht. 

Später ist es jedoch oftmals so, dass die Erzeugung von finanziellem Mehrwert mit dem eigentlichen Sinn & Zweck des Unternehmens gleichgesetzt oder darauf reduziert wird. Gewinnstreben wird schleichend zum unhinterfragten Selbstzweck. Die Organisation wird mehr und mehr zum Sklaven der materiellen Begehrlichkeiten ihrer Eigentümer und Stakeholder, was zahlreiche unintendierte Konsequenzen nach sich zieht und oftmals den ursprünglichen Sinn & Zweck verwässert.

Purpose (Sinn & Zweck)

14 bild 1Der englische Begriff “Purpose” umfasst die Bedeutungsaspekte von “Sinn” und “Zweck” und beantwortet zwei Kernfragen einer Organisation:

  • “Was will diese Organisation in der Welt sein?”
  • “Was möchte die Welt von der Organisation, dass sie sei?”

Die Antwort auf diese Fragen sollte in einer knappen und prägnanten Formulierung ausdrückbar sein, z.B.:

  • Die Information der gesamten Welt ordnen und verfügbar machen” (Google), 
  • “Menschen Souveränität in Finanzierungsfragen ermöglichen” (Dr. Klein Privatkunden AG), oder 
  • Die Beziehung der Menschheit zu Macht evolvieren” (HolacracyOne).

 

Wenn “Purpose” zum Boss wird

circles (2)Fortschrittliche Unternehmen, die proaktiv auf den Wandel und die Disruption in ihrer Umwelt antworten, praktizieren in der Regel eine Form des Selbst-Managements, wie z.B. Holacracy, in denen der Purpose als ultimative Richtschnur für Entscheidungen dient. Mit anderen Worten: der Purpose ist der Boss. Da der Gesamt-Purpose bei Holacracy in Kreise und Rollen mit ihren Unterzwecken ausdifferenziert ist, kann man sagen, dass die Entscheidungsbefugnis über alle Rollen des Unternehmens verteilt ist (mehr darüber wie das funktioniert, erfährt man hier). 

Klare Vereinbarungen in allen Dimensionen

Ein Unternehmen als Entität hat mindestens drei Dimensionen oder Kontexte, die man ins Auge fassen sollte, um es in seiner Ganzheit zu erfassen: 

  • Kontext “Arbeit”
  • Kontext “Mensch”
  • Kontext “Recht”

Es ist möglich, durch die Einführung einer Praxis des Selbst-Managements (wie Holacracy) die Art und Weise der Zusammenarbeit im Kontext “Arbeit” komplett zu transformieren. Doch das ist gewissermaßen erst ein Drittel der eigentlichen Transformationsarbeit, wenn man sinnorientiertes Unternehmertum ganzheitlich angehen will. Es fehlen dann noch der Kontext “Mensch” und der Kontext “Recht”

Der Kontext “Mensch” betrifft die Gemeinschaft der Menschen als Menschen außerhalb ihrer Arbeitsrollen. Auch hier braucht es klare Regeln und gemeinsame Vereinbarungen und Prozesse um Konflikte und Spannungen lösen zu können.

Der Kontext “Recht” bezieht sich auf die Rechtsform und die Eigentümerschaft. Wem gehört das Unternehmen und wer trägt das Risiko und die unternehmerische Verantwortung? Wer sind die Investoren der Organisation und welche Ansprüchen können sie geltend machen? Regelungen sind hier meist im Gesellschaftsvertrag oder den Statuten der Organisation festgehalten. 

Das Modell des “For-Purpose-Enterprise”

Das von encode.org entwickelte Konzept des “For-Purpose-Enterprise” (FPE) ist eine Antwort auf die Frage, wie man eine Organisation aufsetzen kann, die die Arbeit nach den Regeln von Holacracy mit Selbst-Management strukturiert, in der die Mitarbeiter klare Vereinbarungen über ihren Umgang miteinander eingehen, als auch Eigentümer und Investoren der Firma im rechtlichen Sinne sind. Das Besondere am FPE ist, dass ihre Prozesse aus den drei Kontexten durch klare Regeln ineinandergreifen und in Bezug auf den Gesamt-Purpose harmonieren. Es ist eine Vorlage für eine Organisation, deren Sinn & Zweck nicht durch Partikularinteressen korrumpierbar ist, weil die Regeln in den Gesellschaftsvertrag eingebettet sind. 

Das Modell des “Verantwortungseigentums”

Ähnlich dem FPE-Modell, hat die Purpose Stiftung einen Weg entwickelt, um zu verhindern, dass der Purpose einer Organisation durch kurzfristige Kapitalinteressen von Investoren “gekidnappt” und (sinn- &) zweckentfremdet wird. 

Unternehmen in Verantwortungseigentum verpflichten sich zu zwei Prinzipien:

  1. Selbstbestimmung –  das Steuerrad des Unternehmens, die Stimmrechte, liegt bei aktiven UnternehmerInnen;
  2. Vermögensbindung – die Gewinne sind Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck.

Das Modell des “FairShares Commons”

Das Model des FairShares Commons wurde von Graham Boyd entwickelt und stellt den zur Zeit vermutlich konsequentesten Weg dar, um die Einschränkungen traditioneller Gesellschaftsformen wie privater oder öffentlicher Aktiengesellschaften, Genossenschaften oder Stiftungen zu überwinden und auf deren Errungenschaften aufzubauen und diese zu integrieren. Das Modell der FairShares Commons funktioniert heute bereits vielen Ländern. FairShares Commons Unternehmen behandeln alle Kapitalsorten und alle Interessensgruppen (Stakeholder) auf einer gleichberechtigten Basis und geben uns damit das Werkzeug, das wir brauchen, um unsere globalen Herausforderungen zu lösen.

 

Wir unterstützen dich auf dem Weg zu einem Sinnorientierten Unternehmen

Wir sind in engem Austausch mit den Urheber*innen aller hier vorgestellten Modelle und leisten einen aktiven Beitrag an deren Verbreitung, praktische Umsetzung und Weiterentwicklung. Wir haben in den letzten Jahren bereits einige Unternehmen auf diesem Weg beraten und begleitet. Wenn auch du in deinem Unternehmen den Sinn & Zweck zum Boss machen möchtest und Selbst-Management und absichtsvolle Entwicklungspraxis in rechtlich förderlichen und stützenden Strukturen verankern möchtest, dann nimm gerne mit uns Kontakt auf. 
Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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