Holacracy
Governance Meetings

Eine regelmäßige Gelegenheit für Holacracy Praktizierende, um die Struktur ihrer Organisation weiterzuentwickeln.

Moderationskarte für Governance Meetings als PDF herunterladen

Übersicht

Holacracy ist ein System verteilter Befugnisse. Daher ist auch die Befugnis, die eigene Struktur zu verändern, über die gesamte Organisation verteilt, weshalb jeder Kreis auf jeder Ebene seine eigenen Governance Meetings abhält. In Governance Meetings ist es möglich:

  • Rollen des Kreises zu erschaffen, anzupassen oder zu entfernen
  • Richtlinien des Kreises zu erschaffen, anzupassen oder zu entfernen
  • durch Wahlen die gewählten Rollen des Kreises zu besetzen (Prozessmoderator*in, bzw. “Facilitator”, Secretary und Rep Link)

Laut Holacracy Verfassung muss jeder Kreis regelmäßig Governance und Tactical Meetings durchführen. Die meisten Kreise halten im Durchschnitt ein oder zwei Mal pro Monat ein Governance Meeting ab. Die Rolle Secretary darf den Takt festlegen.

Governance Meeting Prozess

Ein Governance Meeting folgt dem in der Holacracy-Verfassung definierten Prozess unter der Leitung eines*r Prozessmoderator*in. Die Rolle Secretary hat die Aufgabe, die Ergebnisse festzuhalten. 

Check-in

Die Teilnehmenden benennen, was ihre Aufmerksamkeit in Beschlag nimmt. Jeder spricht einzeln nacheinander ohne Diskussion

Administrative Belange

Hier können die Rahmenbedingungen des Meetings schnell geklärt und adressiert werden:

  • Wie lange dauert es?
  • Muss jemand früher raus?
  • Sollen Agendapunkte einer Person vorgezogen werden?
  • Gibt es Pausen oder Unterbrechungen für Snacks?
  •  etc.

(Hinweis: dieser Schritt ist in der Verfassung v5.0 als Teil des Prozesses entfallen)

Erstellung der Agenda

Die Teilnehmenden erstellen eine Agenda aus Spannungen, die verarbeitet werden sollen, indem sie 1-2 Worte als Platzhalter nennen, die dann vom Secretary erfasst werden. Diskussionen sind an dieser Stelle nicht erlaubt. Jeder darf Spannungen hinzufügen und der*die Prozessmoderator*in darf die Reihenfolge der Verarbeitung festlegen.

Verarbeitung der Agendapunkte

Jeder Agendapunkt wird einer nach dem anderen mithilfe des Prozesses der integrativen Entscheidungsfindung (s.u.) bearbeitet. Läuft die angesetzte Meetingdauer ab, so wird die Verarbeitung des jeweiligen Agendapunktes an dieser Stelle abgebrochen (es sei denn, die Teilnehmenden stimmen einer Verlängerung des Meetings zu).

Abschlussrunde

Ziel: Bewusst aus dem Meeting aussteigen und die persönliche Reflexion über das Erlebte teilen. Jede*r spricht einzeln nacheinander, ohne Diskussion.

Integrative Entscheidungsfindung

Dieser Prozess wird während der Verarbeitung der Agendapunkte auf jeden einzelnen Punkt angewendet.

Vorschlag vorstellen

Der*die Vorschlagende*r präsentiert den Vorschlag und beschreibt die Spannung. Wenn der* die Vorschlagende darum bittet, dürfen andere helfen, jedoch nur um einen initialen Vorschlag zu erstellen – nicht, um Konsens zu suchen oder den Vorschlag zu verbessern.

Verständisfragen

Jeder darf dem*der Vorschlagenden Fragen stellen, um Vorschlag oder Spannung besser zu verstehen, aber nicht um zu beeinflussen. Es gibt keine Reihenfolge und jeder darf so viele Fragen stellen, wie gewünscht. Der Rhythmus ist Frage - Antwort - Pause; Frage - Antwort - Pause; etc. Reaktionen oder Diskussionen sind verboten. Vorschlagende*r darf jederzeit mit „nicht spezifiziert“ antworten. Der*die Prozessmoderator*in schneidet alle als “Fragen” kaschierte Reaktionen und Meinungsäußerungen ab und lenkt sie um auf den nächsten Schritt, die Reaktionsrunde.

Reaktionsrunde

Jeder spricht, einzeln nacheinander, außer dem*der Vorschlagenden, um seine Reaktion auf den Vorschlag zu teilen. Reaktionen sind an den Raum gerichtet, nicht an einzelne Menschen. Die Teilnehmenden können an dieser Stelle ganz frei sprechen. Jede Art von Reaktion ist erlaubt, von intellektueller Kritik, Lob oder Verbesserungsvorschlägen, bis hin zu einem emotionalen Ausbruch. Reaktionen mit einer persönlichen Ansprache, sowie Diskussionen sind nicht erlaubt.

Klären und Verbessern

Vorschlagende*r darf Intention klären oder den Vorschlag verbessern, wenn es ihm*ihr hilft die Spannung besser zu lösen, muss es aber nicht. Niemand sonst darf sprechen, nicht einmal, um zu helfen. Der*die Vorschlagende*r  sollte sich hier ganz auf seine*ihre Spannung konzentrieren und sich nicht damit stressen, alle gutgemeinten Verbesserungsvorschläge der anderen aus der Reaktionsrunde zuvor zu integrieren. Anpassungen sind rein optional. 

(Hinweis: dieser Schritt wurde in v5.0 der Verfassung umbenannt in “Option zur Klärung”)

Einwandrunde (bzw. “Sicherheitsprüfung des Vorschlags”)

Prozessmoderator*in fragt jede*n nacheinander, „Könnte der Vorschlag irgendeinen Schaden machen?“ Jedes Bedenken wird einzeln ohne Diskussion getestet, um festzustellen, ob es formal als Einwand gilt. Alle Einwände werden ohne Diskussion genannt, geprüft und erfasst. Hierbei stellt der*die Prozessmoderator*in zur Prüfung vier Testfragen entsprechend der Einwandskriterien, die in der Verfassung definiert sind. Eine Person kann mehrere Einwände vorbringen und alle Einwände gegen den Vorschlag müssen erfasst sein, bevor es mit dem nächsten Schritt weiter geht. 

Falls an dieser Stellen keine Einwände auftreten, gilt der Vorschlag automatisch als angenommen und man geht weiter zum nächsten Agendapunkt. 

Integration

Falls im vorigen Schritt einer oder mehrere Einwände erfasst worden sind, geht es weiter mit der Integration. Das Ziel ist ein Vorschlag, der die jeweilige Spannung (den Einwand) nicht mehr hervorruft und immer noch die ursprüngliche Spannung des*der Vorschlagenden löst. Hierfür stößt der*die Prozessmoderator*in für jeden Einwand nacheinander eine Diskussion mit den Hauptbeteiligten an, bei der jedoch alle jederzeit helfen dürfen. Der*die Prozessmoderator*in verfährt dabei für jeden Einwand wie folgt:

  • Beginne mit dem*der Einwendenden, doch lasse Beiträge von anderen zu.
  • Frage „Was kann hinzugefügt oder verändert werden, um das Problem zu lösen?“ Warte nicht auf Konsens. Stoppe und prüfe jede Idee:
    • Frage Einwendende*n: „Würde das deine Spannung beseitigen?“
    • Frage Vorschlagende*n: „Würde das immer noch deine Spannung lösen?“

Falls sich Vorschlagende*r oder Einwendende*r unkooperativ zeigen, bringt der*die Prozessmoderator*in ggf. die in der Verfassung beschriebenen “Regeln der Integration” zur Anwendung.

Nachdem alle Spannungen integriert worden sind, geht es zurück zur Einwandrunde wo die Sicherheitsprüfung des Vorschlags wiederholt wird. Erst wenn dann keine Einwände mehr auftreten, gilt der verbesserte Vorschlag als angenommen. Andernfalls kreist der Prozess solange zwischen Einwandrunde und Integration, bis keine Einwände mehr auftreten, bzw. die verfügbare Zeit abgelaufen ist.

 

Moderationskarte für
Governance Meetings

Das unverzichtbare Hilfsmittel für effektive Governance Meetings

Lade dir hier die Moderationskarte für das Governance Meeting als PDF herunter. 

Damit wir dir die Moderationskarte für Governance Meetings zuschicken können, brauchen wir noch deine E-Mail-Adresse. Einfach das Formular ausfüllen und du erhältst die Karte auf direktem Weg in deine Inbox.

Governance Meeting Karte Vorderseite Governance Meeting Karte Rückseite

Deine Kontaktdaten